Institut für Sozialforschung und berufliche Weiterbildung (ISBW) gGmbH Neustrelitz

Das Institut steht mit seiner Bildungs-, Forschungs- und Projektarbeit sowie seinen Aufträgen zur Organisationsentwicklung und -beratung für die Professionalisierung psychosozialer Arbeitsfelder.


Gründungsjahr:           1991

Sitz:                           Neustrelitz, mit Außenstellen in Waren und Neubrandenburg

Anzahl Mitarbeitende:  25 (davon weiblich: 24)

Durchschnittsalter:      45 Jahre

Ausgewählte Mitgliedschaften:

Landesfrauenrat M-V e. V.

Landesarbeitsgemeinschaft Kindertagespflege M-V

Landesarbeitsgemeinschaft für Hospiz- und Palliativmedizin M-V e. V.

Zentralverband für Aus- und Weiterbildung M-V e. V.

Bundesverband Mittelständische Wirtschaft e. V.

                                                              

Kontakt: Grit Thiede-Reichel

Telefon: 03981 2052 42

Email:    grit.thiede_reichel[at]isbw.de

Adresse: Markt 12 | 17235 Neustrelitz

 

Website: www.isbw.de

 

Grit Thiede-Reichel, Geschäftsführerin



Grit Thiede-Reichel führt ein tolles Team. Wie sie dazu kam und warum sie dafür ein rundes Organigramm, Institutskonferenzen und liebevoll gepackte Schultüten einsetzt, erzählt sie im Gespräch.

Geschäftige Netzwerkerin geht in Führung

Grit Thiede-Reichel ist eine engagierte und sympathische Frau mit Herz für Kunst und Kultur. Als Geschäftsführerin des Neustrelitzer Bildungsinstitutes ISBW bringt sie die Dinge mit Leidenschaft und Freude voran. „Ich bin verheiratet mit einem Mann, der mich wunderbar ergänzt“, startet die zweifache Mutter lachend in unser Gespräch und ist sich dabei des Luxus’ bewusst, dass sie die private Haushaltsorganisation bei ihrem Mann in besten Händen weiß, der – wenngleich auch in einer sehr verantwortungsvollen Tätigkeit - das Familienmanagement gut eingetaktet bekommt.

Die studierte Deutschlehrerin hat sich von der Schule in die Fortbildung verabschiedet, sich mit einer Qualifizierung als sozialpädagogische Familien- und Jugendberaterin weitergebildet, ein zweites Kind bekommen und wurde im Jahr 2000 durch eine Stellenausschreibung auf das ISBW aufmerksam. „Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am dringendsten!“, stand auf einem Plakat im Büro des zukünftigen Chefs. Das gab bei ihr den Ausschlag, zuzusagen, „denn, wenn der Satz da hängt, kann ich hier nicht falsch sein“, blickt sie zurück.


Nach dem Einstieg als Projektleiterin folgten Tätigkeiten als Landeskoordinatorin und als Fachbereichsleiterin für die psychosoziale Arbeit. Ende 2005 ging der bisherige Geschäftsführer in den Ruhestand, und die Stelle war vakant. „Da kristallisierte sich für mich heraus, dass wir ein Know-how haben, das man nicht so schnell von außen erobern kann. Und ehe jemand von außen kommt und tut, was wir hier viele Jahre machen, pack‘ ich es an“, beschreibt sie ihre Motivation, die Übernahme der Geschäftsführung zu erwägen. Seitdem steuert Grit Thiede-Reichel das Bildungs- und Forschungsinstitut. Das Plakat von ihrem Vorgänger hat sie übernommen.


„Ein Organigramm in Kreisform entspricht unserer Führungsphilosophie“

„Ich glaube, dass ich an dem, was ich tue, erst mal großen Spaß haben muss. Das halte ich für eine wesentliche Voraussetzung, um dann auch erfolgreich zu sein.“ In die Rolle der Geschäftsführerin ist sie hineingewachsen. Einen Master im Sozialmanagement hat Grit Thiede-Reichel berufsbegleitend absolviert, das Vertrauen der Kolleginnen durch Taten erarbeitet. Das Organigramm in Kreisform drückt die Führungsphilosophie am besten aus, sagt Sie.

„Natürlich braucht ein Unternehmen Struktur. Ein hoch qualifiziertes Team braucht aber auch die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen; sich zu beteiligen. Ausgehend von einer gemeinsamen Mitte, die auf Visionen und klaren Unternehmenszielen beruht, arbeitet das gesamte Team an deren Erfüllung. Wir sehen uns dabei durch die Ziele vereint und drücken das in einem kreisförmigen, durchlässig gestalteten Organigramm aus.“

Beim Begriff Zukunftsmacher schlagen aber zwei Herzen in ihrer Brust, gesteht Grit Thiede-Reichel selbstkritisch. „Wir haben ehrgeizige Pläne für unsere familienorientierte Personalpolitik. Dennoch können wir diese nur sukzessive umsetzen und werden manchmal auch von unerwarteten Realitäten eingeholt“. Projektbezogene Befristungen gibt es, aber eben auch eine hohe Transparenz und die besondere Stärke, die unterschiedlichen Arbeitsergebnisse aus Forschung und Bildung zu vernetzen und Innovationen und neue Projekte daraus zu schaffen, wie aktuell etwa beim Aufbau einer ambulanten Krebsberatungsstelle, bei der Entwicklung neuer Qualifizierungsangebote für Tagespflegepersonen oder auch bei der Erarbeitung eines Praxisleitfadens für eine bedarfsgerecht-flexible Kinderbetreuung in Kindertagesstätten.


Zweimal im Jahr findet eine Institutskonferenz statt, bei der alle Kollegen zusammenkommen. „Wir wollen eine hohe Transparenz und wir wollen aufgreifen, was in den Köpfen der Kollegen vor sich geht.“ Die Kollegen seien sehr dankbar für dieses Forum, sagt sie. „Auch in den Leitungsberatungen sind alle Kolleginnen nah dran, denn der erste Tagesordnungspunkt lautet immer: ‚Anfragen von Mitarbeitenden‘, die entweder an die Leitungsmitglieder übermittelt oder persönlich eingebracht werden können“.


Familiäres Klima der Offenheit und Wertschätzung

Auch sonst spüren die Mitarbeitenden die Offenheit und Wertschätzung. Nicht nur Jubiläen, sondern auch Höhepunkte in den Familien, wie der Schulanfang oder die Jugendweihe, werden mit liebevollen Aufmerksamkeiten bedacht.

„Wir verlangen den Familien ganz viel ab, und da können wir ein Stück zurückgeben“, findet Grit Thiede-Reichel und ist überzeugt, dass für erfolgreiche Arbeitsbeziehungen auch ein harmonisches Umfeld in der Familie ausgesprochen wichtig ist. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass im Institut Vereinbarkeit groß geschrieben wird. 13 der 25 Mitarbeitenden arbeiten hier in Teilzeit; häufig geht die Woche von Montag bis Samstag. Es gibt ein unproblematisches Verfahren, um Stunden auszugleichen, trotzdem natürlich auch hohe Arbeitsspitzen, beispielsweise in der Fachberatung, denn Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen sind nur abends verfügbar.


Um familiären Anforderungen gerecht werden zu können, planen die Kolleginnen ihre Termine weitestgehend autark. So sind Arzttermine mit den Kleinsten oder mit pflegebedürftigen Angehörigen, Elterngespräche in Kita und Schule oder auch die Teilnahme an besonderen Veranstaltungen mit Familienangehörigen kein Problem. Mit einer guten Organisation ist für die Kolleginnen beides gut machbar, schätzt die Geschäftsführerin ein.


Dialog zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten fördert Unternehmenskultur

Regelmäßige Feedback-, Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche gehören zur Unternehmenskultur ebenso wie Feedbackbögen, die auch für Vorgesetzte eingesetzt werden: „Wir sind alle Lernende, und wenn mal ein Feedback nicht so gut ausfällt, muss man darüber nachdenken, warum das so ist“, reflektiert die Geschäftsführerin und sagt über das Zusammenspiel der 25 Mitarbeitenden:

„Ich glaube, dass wir nach außen und nach innen auf die Zwischentöne achten. Wir sind ein Zukunftsmacher, weil für uns die Leidenschaft für das eigene Arbeitsfeld und die Innovationsfreude Anspruch und Ansporn zugleich sind.“

Diana Wienbrandt, Fachgebietsleiterin Organisationsentwicklung und Beratung



Diana Wienbrandt erwartet gerade ihr zweites Kind und plant die nächste Elternzeit. Wie sie das mit ihrer Karriere beim ISBW unter einen Hut bekommt und warum sie morgens gerne aufsteht, verrät sie im Interview.

Von einer Vereinbarkeitsexpertin empfohlen

Mit wohltuend offener Ausstrahlung führt mich Diana Wienbrandt für das Mitarbeiterinterview der Zukunftsmacher in ein Büro. Die junge Mutter erwartet im Dezember ihr zweites Kind. Es wird wieder ein Mädchen, verrät die Betriebswirtschaftlerin gleich zu Beginn des Gespräches. Die 33-Jährige hat in Greifswald studiert und sich auf Marketing und Personalentwicklung spezialisiert. Der Weg zum ISBW ergab sich eher zufällig: „Ich sollte für eine Bekannte eine Stellenausschreibung an der Greifswalder Uni aushängen, habe es gemacht und überlegt: Warum bewirbst du dich denn nicht selbst?“


Hat sie gemacht! Es passte, und Diana Wienbrandt fing im Januar 2006 als Projektmitarbeiterin beim ISBW an. Seitdem hat sie sich intensiv mit dem Thema der Vereinbarkeit in Unternehmen auseinandergesetzt und stieg zur Projektleiterin auf. In dieser Zeit hat Frau Wienbrandt gemeinsam mit weiteren Kolleginnen das MV-weite Audit für Erwerbs- und Privatleben entwickelt und zahlreiche Unternehmen bei der Zertifizierung begleitet. Mittlerweile leitet sie das ganze Fachgebiet für Organisationsentwicklung und Beratung.


Kind und Karriere dank Planungsfreiheit und gutem Betriebsklima

Dass sie die Bewältigung dieser Karrierestufen mühelos mit ihrem Kinderwunsch in Einklang bringen kann, steht bei der taffen Frau außer Frage. Aber wie passen Familie und Beruf unter einen Hut, wo doch bedingt durch den Wohnort bei Greifswald schon täglich zwei bis drei Stunden allein an Fahrtzeit zusammenkommen? Wie schafft sie es, sich dafür gut zu strukturieren und zu motivieren? „Das klappt vor allem durch die Arbeitsaufgabe und das gute Betriebsklima“, erklärt Diana Wienbrandt. „Der Aufgabenbereich ist sehr vielfältig, und es macht Spaß, Kontakte mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen zu haben. Jeden Tag passiert etwas anderes. Das motiviert mich morgens aufzustehen.“ Aber am wichtigsten ist ihr die Planungsfreiheit. Das sei bei ihr ganz anders als beispielsweise bei ihrem Mann, der häufig ganz kurzfristig auf Kundenwünsche terminlich reagieren muss.


„Ich bin oft eigenverantwortlich für die Termine, dadurch habe ich großen Einfluss auf meinen Tagesablauf.“

In der ersten Elternzeit hat Diana Wienbrandt bereits erprobt, mit einer Kollegin als Patin Kontakt zum Unternehmen zu halten. „Das hat super funktioniert“, erinnert sie sich. Besonders gut ist ihr aus der Zeit ein einmaliger Wohlfühltag im Gedächtnis, zu dem das ISBW damals Neustrelitzer und Angehörige eingeladen hatte und die Kolleginnen sehr viele Wohlfühlangebote wie z.B. Basteln, Massagen oder Klönen bereitgehalten hat. „Unsere jährlichen Weihnachtsfeiern sind von ähnlichem Wohlfühlformat.“, sagt sie.


Heimarbeit spart Fahrzeiten und macht flexibel

Zum Ende der Elternzeit ist Frau Wienbrandt langsam wieder eingestiegen. Zunächst hat sie in Teilzeit einige Kunden in der Nähe von Greifswald betreut. Ganz besonders wertvoll für sie ist es, dass sie seitdem auch das Büro in Neubrandenburg nutzen kann. So muss sie nicht mehr jeden Tag nach Neustrelitz ins Haupthaus fahren, sondern nur dann, wenn ihre Anwesenheit hier tatsächlich erforderlich ist. Das spart eine Stunde Fahrzeit an diesen Tagen. Zudem kann die Pendlerin die Möglichkeit der Heimarbeit in Anspruch nehmen: „Für mich ist es sehr gut, dass ich jederzeit von zu Hause aus arbeiten kann. Wir sind ausgestattet mit einem Laptop und Zugang zum Server. Während der Schwangerschaft habe ich diese Möglichkeit 1-2x die Woche genutzt.“, bringt Frau Wienbrandt die Vorteile des Home Office auf den Punkt.


Ihr Mann arbeitet ebenfalls nicht in Wohnortnähe. Er pendelt jeden Morgen in die andere Richtung und bringt die gemeinsame Tochter zur Kita. Dafür ist Mama nachmittags zum Abholen gefragt. Wenn Termine oder die Arbeitsfülle dies mal nicht zulassen, können die jungen Eltern auf die Unterstützung von Oma und Opa bauen.

Und was, wenn das Kind mal krank ist? Im Bildungsinstitut kennen fast alle Mitarbeitenden die Situation aus eigener Erfahrung. Dann muss Geplantes schon mal umgestoßen werden, aber die Kollegen und Kolleginnen haben dafür Verständnis. Auch für Diana Wienbrand ist so eine Situation nicht unbekannt, aber sie lacht und sagt: „Dann sag’ ich den Kollegen Bescheid und verlagere meine Pause auf den Nachmittag, um Arzttermine wahrzunehmen, oder ich wandle den Tag in einen Homeoffice-Tag um und arbeite von zu Hause aus.“


„Im ISBW leben wir die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben“

Regelmäßige gemeinsame sportliche Aktivitäten mit den Kollegen und Kolleginnen lassen sich nur schwer realisieren. „Das haben wir mal versucht, aber dafür sind wir wohl zu wenige, haben zu viele Standorte und Wohnorte, da verstreuen wir uns zu sehr. Einen gemeinsamen Wandertag mit Kultur oder gemeinsames Frühstücken mit ehemaligen Kollegen gibt es aber ab und an.“ Leistungen, die im Privatleben zusätzlich zu erbringen sind, werden im Unternehmen gesehen und geschätzt, schwärmt Diana Wienbrandt. „Wer kleinere Kinder hat, über 55 ist oder einen Angehörigen pflegt, bekommt einen zusätzlichen Urlaubstag.“ Über das ISBW sagt sie:

„Wir sind hier Zukunftsmacher, weil wir die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben auch wirklich leben. Es wird immer Rücksicht darauf genommen und geachtet - eine gelebte vereinbarkeitsorientierte Firmenphilosophie.“