Trebing + Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG

Das Unternehmen unterstützt Konzerne und Mittelstandskunden verschiedener Industriebereiche. Dabei gilt es, durchgehende Prozesse vom SAP ERP bis zur einzelnen Maschine zu realisieren. Die langjährige Erfahrung in der Maschinenebene und Automation verbunden mit Prozess-Know-how und dem Wissen über Geschäftsanforderungen machen es zu einem gefragten Berater für herstellerübergreifende Integrationskonzepte.

 

Gründungsjahr:            1992

Sitz:                            Schwerin

Anzahl Mitarbeitende:   35

Anzhal Auszubildende:  2 im dualen Studium

Altersdurchschnitt:       34 Jahre

 

Auszeichnungen:
Ludwig Bölkow-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern 2012

  Unternehmen des Jahres in Mecklenburg-Vorpommern in der Kategorie Familienfreundlichkeit 2008

Kontakt: Sonja Seitz

Telefon:  0385 39572-0

Fax:       0385 39572-0

Email:     info[at]t-h.de

Adresse: Wilhelm-Hennemann-Str. 13| 19061 Schwerin

 

Webseite: www.t-h.de

Steffen Himstedt, Geschäftsführer



Zusammen mit seinem damaligen Kommilitonen Stefan Trebing, gründet Steffen Himstedt nach dem Studium ein

Unternehmen für Softwareentwicklung. Mittlerweile haben sie 35 Angestellte und arbeiten für internationale Auftraggeber.

Wie sie es geschafft haben so erfolgreich zu werden und warum das Unternehmen in der Region und bei Bewerbern vor allem als familienfreundlich wahrgenommen wird, erhahren Sie im Interview.

Die ersten Schritte begannen im Kinderzimmer

Nachdem Steffen Himstedt 1992 sein Studium in Rostock beendet hatte, kehrte er in seine Heimatstadt Schwerin zurück. Im selben Jahr gründete er zusammen mit seinem Kommilitonen Stefan Trebing in dessen Kinderzimmer ein eigenes Unternehmen – Die Trebing & Himstedt Prozeßautomation GmbH & Co. KG. „Uns verband von Anfang an diese Gründermentalität.“ Kurz nach der Wende herrschte zudem Aufbruchsstimmung in Ostdeutschland. Da war beiden klar, was zu tun ist. Die ersten Aufträge erhielten die frischgebackenen Ingenieure durch ihr eigenes Netzwerk, welches sie während des Studiums aufgebaut hatten. Die Rollenverteilung stand dabei nie zur Debatte. „Ich bin für das Marketing und den Vertrieb zuständig und Stefan Trebing für die Technik.“


Bereits ein halbes Jahr später zog das kleine Unternehmen in das Technologie- und Gewerbezentrum e.V. Schwerin um. Im zweiten Jahr wurden die ersten Mitarbeitenden eingestellt. Nach etwa acht bis neun Jahren waren sie nicht mehr auf das TGZ angewiesen und konnten sich ausgründen. Sie bauten ein eigenes Gebäude auf dem Gelände des Vereins. 2005 folgte ein weiterer Anbau.


„Durch kontinuierliche Arbeit und viel Mut sind wir gewachsen.“

Mittlerweile beschäftigen die beiden Freunde 35 Mitarbeitende. Dabei achten sie bewusst auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen. „Unsere Branche neigt zu einem hohen männlichen Anteil. Wir haben uns vor 10 Jahren entschieden eine gute Mischung anzustreben.“

Der Mensch und die Persönlichkeit der Bewerber spielt eine große Rolle. „Wir glauben an die Menschen!“ erklärt uns Herr Himstedt seine Philosophie. Dies könnte zum Teil im Fachkräftemangel begründet sein. „Den hat es im Übrigen damals in der Branche schon gegeben“, sagt Herr Himstedt.

„Wenn uns der Bewerber mit seiner Persönlichkeit überzeugt hat, dann haben wir an ihn geglaubt und ihn unterstützt. Auch wenn eigentlich zu wenig Fachkompetenz da war oder die Frau im so genannten >>geburtenfähigen<< Alter ist.“, sagt er und fügt hinzu „Am Ende des Tages sind es die Personen, die das Unternehmen voranbringen. Wenn eine alleinerziehende Frau den Alltag mit zwei Kindern managen kann, dann sollte man davon ausgehen, dass sie auch den Beruf managen kann, ein >>Machertyp<< ist und was bewegen will.“


Hidden Champion

Das Unternehmen mit Sitz in Schwerin fertigt Software zur Steuerung von Produktionsprozessen an. Dass auch internationales Flair in MV möglich ist, zeigen namenhafte Auftraggeber, wie Beiersdorf, Porsche, Bayer und Unilever. „Wir betreuen einen internationalen Kundenstamm.“, sagt Herr Himstedt - nicht ohne Stolz. Vielfältige Aufgaben und internationale Kunden locken immer mehr Nachwuchskräfte an. 2005 gingen sie eine Partnerschaft mit SAP ein. „Wir sind einer der Wenigen, die so spezialisiert im Bereich Produktion sind. – Deshalb haben wir damals den Zuschlag erhalten.“


Herausforderung: Wachstum + Personalentwicklung!

„Wir wollen weiter wachsen.“, sagt Herr Himstedt. Denn er sieht, dass es in dem Markt durchaus möglich ist. Doch das stellt ihn auch vor eine große Herausforderung:

„Je mehr Mitarbeiter wir beschäftigen, desto komplexer wird die Personalentwicklung.“ In den letzten 20 Jahren hat er gelernt, dass die Entwicklung des Personals entscheidend für den Erfolg des Unternehmens ist. „Mitarbeiterentwicklung müssen wir noch besser betreiben - das haben wir gelernt.“ Das sei auch mit weniger Risiko behaftet als externe „fertige“ Fachkräfte einzustellen. Seine Lösung für den Fachkräftemangel heißt: Absolventen selbst entwickeln. Jeder Mitarbeitende bei Trebing + Himstedt soll seinen eigenen Personalentwicklungsplan bekommen, in dem die Perspektive des jeweiligen Mitarbeitenden festgehalten wird. So weiß jeder Mitarbeitende, wo er in zwei oder drei Jahren im Unternehmen stehen könnte. „Die systematischen Mitarbeitergespräche werden jetzt professioneller“, fügt Herr Himstedt noch an.

Die Unternehmer lassen den Erfahrungen Taten folgen und stellen eigens für die neue Mammutaufgabe „Personalentwicklung und -recruiting“ eine langjährige Mitarbeiterin ab. Eine junge Frau übernimmt nun bei Trebing + Himstedt diese Aufgabe in Teilzeit. „Seit die Kollegin aus der Elternzeit wiedergekommen ist, arbeitet sie in Teilzeit.“ erklärt Herr Himstedt. Das Besondere daran ist, sie wohnt in Hannover - bei Trebing + Himstedt alles kein Problem! „Ein Drittel der Zeit arbeitet sie vor Ort im Büro, den Rest von Zuhause aus.“


T+H = Familienfreundlichkeit und Transparenz

Trebing + Himstedt ist ein dienstleistungsorientiertes und IT-getriebenes Unternehmen. „Deshalb können wir in Sachen >>Arbeitsorganisation<< relativ flexibel sein,“ erklärt der Geschäftsführer. Die meisten Mitarbeitenden haben es hier selbst in der Hand, ob sie zuhause arbeiten wollen oder im Büro. Die Arbeitszeit wird auch nicht erfasst, es herrscht die so genannte Vertrauensarbeitszeit. „Die Verschmelzung von Arbeit und Privatleben birgt aber auch Gefahren. Das Burn Out-Risiko wird dadurch erhöht,“ merkt Herr Himstedt kritisch an. Diesen will das Unternehmen zum Wohle der Mitarbeitenden rechtzeitig entgegenwirken und achtet darauf, dass die Mitarbeitenden ihrer Freizeit auch entsprechend Gewichtung geben. Die Arbeitsorganisation ist sehr flexibel. So kann die Arbeitszeit beliebig erhöht oder verringert werden. Je nachdem, was der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin in seinem oder ihrem derzeitigen Lebensabschnitt gerade braucht. Die Marke Trebing + Himstedt wird von außen als attraktiv wahrgenommen. Das bestätigen ihm Bewerber immer wieder, sagt Herr Himstedt. „Trebing + Himstedt wird mit Familienfreundlichkeit verbunden.“


Auch Transparenz und Kommunikation wird im Unternehmen großgeschrieben: „Alle Zahlen werden monatlich durch einen Aushang veröffentlicht und mit den gesteckten Zielen verglichen,“ beschreibt Herr Himstedt die offene und transparente Unternehmenskultur. In regelmäßig stattfindenden „Kaffeepausen“ werden Informationen schnell und unkompliziert weitergegeben. „Wir wollen als junges kreatives Unternehmen wahrgenommen werden. Das ist fest in unserer Unternehmenskultur verankert.“

Die vorherrschende Duz-Kultur unterstreicht die Philosophie des Unternehmens. Zudem verstehen sie sich als eine lernende Organisation, denn Veränderung und Wandel sind allgegenwärtig. „Lernen ist der Schlüssel zum Erfolg!“, so der Geschäftsführer.


Engagiert als Spinne im Netz

Als gutes Beispiel in MV vorangehen - ein Ziel, welches sich die beiden Geschäftsführer schon früh gesetzt haben. Daher sind sie in regionalen und überregionalen Netzwerken sehr engagiert. Herr Himstedt ist seit 2010 ehrenamtlicher Regionalbotschafter für das Unternehmensprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen, und Jugend Erfolgsfaktor Familie (www.erfolgsfaktor-familie.de). Zudem fungiert er als Wirtschaftsbotschafter für die Wirtschaftsfördergesellschaft Invest in MV (www.gfw-mv.de).

Das Unternehmen engagiert sich außerdem in der IT Initiative MV (www.iti-mv.de) und im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) (www.vdi.de). In diesem Zusammenhang liegt Herrn Himstedt vor allem der VDIni-Club am Herzen. Auf Initiative von Trebing + Himstedt werden dort Kinder durch Experimente an die Technik herangeführt.

„Wir wollen Netzwerke initiieren und zusammenbringen und nicht nur daran teilnehmen.“

Stefan Parge, Consultant



Der junge Schweriner hat früh gemerkt, dass ihm eine Ausbildung nicht reicht. Im Interview erzählt Herr Parge uns, wie ihn das Unternehmen während seiner Zeit am Abendgymnasium und während des Studiums unterstütze.

Trebing & Himstedt: Ständiger Begleiter und Unterstützer

Mit 16 Jahren begann der gebürtige Schweriner seine Ausbildung in der Trebing & Himstedt Prozessautomation GmbH & CO. KG. Mit gemischten Gefühlen erinnert er sich an das Bewerbungsgespräch: „Ich war ganz schön aufgeregt und ziemlich unerfahren. Und dann hatte ich auch noch den gleichen Pullover an wie Herr Trebing.“ Nach dem holprigen Gespräch habe er kein gutes Gefühl gehabt. Aber die beiden Geschäftsführer haben wohl Potential in ihm gesehen, wie er vermutet.


Nach der Ausbildung holte der motivierte junge Mann sein Abitur im Abendgymnasium nach. „Ich habe gemerkt, dass ich mehr will.“ Währenddessen arbeitete er 40 Stunden pro Woche in seinem Ausbildungsbetrieb - wurde aber inhaltlich stark entlastet. 2010 folgte dann ein Studium der Wirtschaftsinformatik in Wismar. Da ein Duales Studium am Wahlstudienort Wismar leider nicht zur Auswahl stand, erfolgte dies in Vollzeit. Aufgrund der Entfernung suchte er sich einen Nebenjob in Wismar. Dennoch hielten Trebing & Himstedt den Kontakt über die Studienjahre hinweg Aufrecht. „Zu Beginn des Studiums schlossen wir einen Optionsvertrag, über eine weitere Zusammenarbeit danach, ab.“ Der damalige Student wurde weiterhin zu Firmenfesten eingeladen und hatte auch privat noch Umgang mit Kollegen. Zudem wurde er während des Studiums in Form von Hard- und Software unterstützt.


Momentan befindet sich Herr Parge im 6. Semester und schreibt seine Bachelor-Thesis – natürlich bei Trebing & Himstedt. „Es war schön, wieder herzukommen. Ich fühle mich hier sehr wohl.“ Er arbeitet gern in diesem Unternehmen, erzählt er uns. Bereits während der Ausbildung habe man ihn sehr gut aufgenommen. „Es war von Anfang an ein tolles Klima im Team.“ Die gesamte Ausbildung sei sehr gut strukturiert gewesen und zum Ende der Lehre gab es ein Gespräch über seine Perspektiven im Unternehmen.


Wir interessieren uns für die Arbeitszeitenregelung im Unternehmen: „Oh, die Arbeitszeiten sind sehr flexibel. Wenn ich mal etwas Privates zu erledigen habe, komme ich eben später.“ Sogar ein Arbeitszimmer hat er sich Zuhause eingerichtet. „Heute zum Beispiel habe ich einen Techniker im Haus und arbeite eigentlich von dort aus.“

Na dann wollen wir ihn auch nicht länger hier festhalten. Herr Parge zeigt uns noch kurz seinen Arbeitsplatz - sehr strukturiert, überall hängen farbige Aufgabenzettel – und macht sich dann wieder auf den Weg ins Home-Office.